Oliver - Titel


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Oliver (1960)
Musical nach Charles Dickens Oliver Twist
Buch, Gesangtexte und Musik von Lionel Bart
Deutsch von Wilfried Steiner
Verlag: The Southbrook Group
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"Oliver"

1. Akt

Im Kreise seiner Leidensgenossen träumt der Waisenjunge Oliver im Armenhaus angesichts des widerlichen alltäglichen Mehlbreis von Brot, herrlichem Brot und anderen Delikatessen. Der Hunger ist jedoch so groß, daß Oliver allen Mut zusammennimmt und Mr. Bumble, den Gemeindediener, um einen Nachschlag bittet. Mr. Bumble und Mrs. Corney, die Leiterin des Armenhauses, sind empört: Oliver! In Mrs. Corneys Wohnzimmer beraten beide, wie sie diese Rebellion bestrafen können. Dabei kommen sie sich beide auch menschlich näher: Oh, ich schrei! Bald beschießen sie, Oliver zu verkaufen - Ein Bub zum Verkauf. Der Bestattungsunternehmer, Mr. Sowerberry, der gerade für stimmungsvolle Kinderbegräbnisse einen Jungen sucht, kauft ihn für fünf Pfund: Als Bestattungsassistent. Oliver bekommt als Schlafplatz eine Ecke unter dem Ladentisch zwischen den Särgen zugewiesen. Endlich allein gelassen, denkt er voller Sehnsucht an seine verstorbene Mutter: Wer liebt mich?
Am nächsten Morgen wittern der hinterhältige Lehrjunge Noah Claypole und seine dümmliche Freundin Charlotte in Oliver ein dankbares Objekt für ihre boshaften, sadistischen Ausfälle. Als Noah Oliver tote Mutter beleidigt, rastet dieser förmlich aus und schlägt wie besessen auf Noah ein. Nur mit Mühe können beide getrennt werden. Oliver wird im Keller eingesperrt. Von dort gelingt ihm die Flucht.
Er schlägt sich nach London durch, wo er den jungen Taschendieb Artful Dodger aus Fagins Diebesbande trifft. Dodger bietet Oliver an, mit zu Fagin zu kommen: Komm, fühle dich ganz zu Haus! Fagin beherbergt elternlose Kinder und leitet diese zum Taschendiebstahl an. Da Oliver keine Alternative sieht, nimmt er dankend an. Fagin -ein Schurke mit Herz- und seine Straßenjungen nehmen Oliver freundlich in ihrem uralten, schmutzigen Kellerloch auf.In einem witzigen Lied vermittelt Fagin Oliver raffiniert seine Philosophie vom Leben, vom Geld und Taschendiebstahl : Mach die krummen Finger schön lang! Oliver ist fasziniert von diesem vermeintlichen Spiel. Zufrieden gehen alle zu Bett.
Ein Intermezzo leitet über zum nächsten Morgen. Im Glauben, daß alle Jungen noch schlafen, holt Fagin ein Schatzkästchen hervor und betrachtet begeistert dessen Inhalt.
Zu soät bemerkt Fagin, daß Oliver ihn beobachtet.Nachdem sich sein Ärger darüber schnell wieder gelegt hat, lässt er in einem günstinen Augenblick sein Schatzkästchen wieder verschwinden. In diesem Moment kommen Nancy und ihre jüngere Freundin Bet herein. Nancy hat für die Straßenjungeneine Art Mutterrolle übernommen und wirft sie auch gleich aus den Betten. Zusammen mit Bet beschreibt Nancy in einem Lied -Das ist Leben- die Vorzüge des freien Banditenlebens, wobei zum Schluß aber auch ihr unterschwelliger Traum vom gutbürgerlichen Leben anklingt. Fagin stellt Nancy Oliver vor, der ihr gleich sehr sympatisch ist. Zur Begrüßung spielen Nancy und Dodger der verlausten Räuberbande und Oliver vor, wie es bei vornehmen Herrschaften zugeht. Sie wählen dazu den barocken Tanz Gavotte: Ich tu, was du willst. Oliver ist begeistert. So hat er auch keine Einwände, als Fagin Dodger auffordert, Oliver in der Stadt im Taschendiebstahl einzuweisen. Gut gelaunt ziehen die Jungen los: Komm gut heim! Vor einem Buchladen entdeckt Dodger ein dankbares Opfer: Mr. Brownlow blättert gedankenverloren in einem Buch. Zu Olivers Entsetzen, dem plötzlich klar wird, daß dies alles kein Spiel mehr ist, zieht Dodger Mr. Brownlow ein Taschentuch aus der Tasche. Auch der Buchhändler hat dies beobachtet und ruft um Hilfe. Dodger und die anderern Jungen können entfliehen. Aber der vor Schreck wie gelähmte Oliver wird verhaftet.

2. Akt

In der zwielichtigen Kneipe "Zu den drei Krüppeln" geht es hoch her. Einige Jungen aus Fagins Diebesbande haben sich unter die zweifelhafte Stammkundschaft gemischt, zu der auch Nancy und Fagin gehören. Ein betrunkener Gast fordert Nancy auf, das Lied vom Staßenmädchen zu singen: Um-pa-pah. Auf dem Höheounkt der Ausgelassenheit betritt Bill Sykes, Nancys Freund und kompromissloser Schurke, der auch über Leichen geht, die Kneipe. Alle weichen erschreckt zurück und hören respektvoll seinem Lied zu: Helden fangen an zu zittern! In diesem Moment kommt Dodger atemlos in die Kneipe und berichtet, daß Oliver in einer Kutsche in eine vornehme Villa gebracht worden ist. Fagin und Bill Sykes ist klar, daß die ganze Diebesbande in größter Gefahr schwebt, wenn Oliver auch nur ein Wort sagt. Beide sind sich einig, daß Oliver entführt werden muß. Nancy, die diesen Plan durchführen soll, weigert sich zunächst entschieden, empfindet sie doch für Oliver mütterliche Gefühle.
Aber sie hat der bedrohlichen Autorität von Bill Sykes nichts entgegenzusetzen und gibt schließlich resigniert nach. In ihrem Lies Solange Bill mich will bringt sie ihre zwiespältigen Gefühle zum Ausdruck: Sie weiß, was für ein brutaler Schurke Bill ist, aber sie liebt ihn...
Das nächste Bild führt uns in Mr. Brownlows Haus, in dem Oliver inzwischen liebevolle Aufnahme gefunden hat. Er liegt fiebernd im Bett und erholt sich vom Schock der Ereignisse. Die Haushälterin Mrs. Bedwin sitzt bei ihm und kümmert sich rührend um ihn. Durch das offene Fenster sieht Oliver den blauen Himmel und hört, wie Staßenverkäuferinnen ihre Waren anpreisen: Wer will kaufen rote Rosen? Eine heile Welt, wie Oliver sie noch nie in seinem Leben kennengelernt hat. Dr. Grimwig kommt herein, um Oliver zu untersuchen, dem es aber schon viel besser geht. Nach der Visite ziehen sich Grimwig und Brownlow ins Wohnzimmer zurück, wo Brownlow berichtet, daß der Buchhändler Olivers Unschuld bezeugt hat. Er gesteht, daß er eine unerklärliche Zuneigung für Oliver empfindet, vielleicht, weil dieser ihn an seine verstorbene Tochter Agnes erinnert, deren Bild im Wohnzimmer hängt. Grimwig bleibt skeptisch. Er schlägt vor, Oliver auf die Probe zu stellen. Oliver soll einige Bücher und eine Fünf-Pgund-Note zum Buchhändler bringen. Grimwig ist überzeugt, daß Oliver nicht mehr zurückkommen wird.
Unter die Straßenhändler hat sich auch Nancy gemischt, die Mr. Brownlows Haus überwacht. Als Oliver das Haus verlässt, überfällt sie ihn zusammen mit Bet und Bill Sykes und entführt ihn in Fagins Räuberhöhle. Oliber ist verzweifelt. Ein kläglicher Fluchtversuch wird von Bill Sykes brutal unterbunden. Nancy, der allmählich klar geworden ist, in welche Gefahr sie Oliver mit der Entführung gebracht hat, wächst nun über sich hinaus und stellt sich rückhaltlos vor Oliver. Sie ist bereit, für seine Sicherheit zu sterben. Alle Drohungen und Einschüchterungen Sykes' können sie nicht beeindrucken. Fagin versucht vergeblich, den Streit zu schlichten - Terzett: Mein Leben! Alle verlassen die Bühne, bis auf Fagin, der seine versteckten Schätze hervorholt.
In einer eindrucksvollen Szene philosophiert er über den Sinn seines Lebens: Überdenke ich meine Lage. Zu Beginn des nächsten Bildes befinden wir uns im Wohnzimmer des Armenhauses, wo Mr. Bumble und Mrs. Corney -frisch verheiratet- ihren ersten züftigen Ehekrach audfechten, wobei Mrs. Corney dem boshaften Zynismus ihres Gatten nicht gewachsen ist. Eine alte Frau kommt herein, um die völlig frustrierte Mrs. Corney zur sterbenden Sally zu bringen. Diese berichtet, daß sie etwa vor zehn Jahren eine junge hübsche Frau gepflegt hat, die dann bei der Geburt ihres Sohnes gestorben ist. Es stellt sich heraus, daß es sich bei diesem Jungen um Oliver handelt.
Mr. Bumble und Mrs. Corney sind sich ausnahmsweise mal einig: Oliver muß wieedrgefunden werden - Oliver, Oliver! Schnell bekommen sie heraus, daß Oliver sich bei Mr. Brownlow aufgehalten hat. Bei einem Besuch bei Mr. Brownlow gibt Bumble zu, Oliver für fünf Pfund verkauft zu haben. Brownlow ist empört und kündigt scharfe Konsequenzen für Mr. Bumble und Mrs. Corney an, um so mehr, als er auf dem Medaillon, das Mrs. Corney von der sterbenden Sally erhalten hat, seine Tochter Agnes wiedererkennt. Er weiß nun, daß er Olivers Großvater ist. In diesem Moment stürzt die von Gewissensbissen getriebene Nancy herein. Sie ist fest entschlossen, Oliver zu retten und gesteht die Entführung. Sie verspricht Mr. Brownlow, ihm Oliver um Mitternacht an der London Bridge zu übergeben. Wieder auf der Straße bricht sie unter dem Widerstreit ihrer Gefühle fast zusammen: Sie liebt Bill auf eine schon hörige Weise, aber sie weiß auch, daß Oliver sie mehr braucht: Nach außen hin tut Bill so roh.
Es ist kurz vor Mitternacht. Nancy hastet ängstlich mit Oliver auf die London Bridge zu. Plötzlich steht Bill Sykes vor ihr, der die beiden verfolgt hat. In jähzorniger Wut erschlägt Bill Nancy und flieht mit Oliver aks Geisel zu Fagins Räuberhöhle. Starr vor Entsetzen hat Mr. Brownlow von der Brücke aus die schreckliche Szene mitangesehen. Auf seine Hilferufe kommen Nachtwächter und Polizisten herbei. Auch Anwohner der umliegenden Häuser füllen die Straße. Jemand erblickt Bills Hund, der die Menge zu Fagins Behausung führt. Auf dem Dach erscheinen Bill und Oliver. Ein Soldat reißt sein Gewehr hoch und erschießt Bill. Oliver wird wohlbehalten zu Mr. Brownlow gebracht. Fagin nutzt den Tumult und kann sich mit seiner Diebesbande aus dem Staube machen. Nur Dodger, der die ganze Szene verschlafen hat, wird laut protestierend weggeschleppt. Die aufgebrachte Menge sucht Fagin. Man glaubt, ihn in der Kneipe "Zu den drei Krüppeln" zu finden. Alle stürmen davon. Mr. Brownlow nimmt Oliver liebevoll in den Arm und führt ihn zu sich nach Hause. Fagin, der sich unter der Brücke versteckt hatte, kommt heraus und sinniert über sein künftiges Leben: Vielleicht werd' ich gut. Langsam geht er über die Brückeund verschwindet in der Dämmerung.
Eberhard Schallenberg
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Personen der Handlung
Oliver Twist Ein Junge aus dem Armenhaus, ca. 13 Jahre alt.
Fagin Ein alter Hehler, der Kinder zu Taschnedieben ausbildet.
Artful Dodger Sein Meisterschüler, ca. 17 Jahre alt, wirkt aber viel jünger.
Bill Sykes Ein finsterer Schurke in den besten Jahren.
Nancy Absolventin von Jagins Diebesschule, Geliebte von Bill, ca. 25 Jahre alt.
Bet Ein Mädchen für alles bei Fagin, sie bewundert Nancy, ca. 14 Jahre alt.
Mr. Bumble Gemeindediener, ein pompöser Mann von Mitte Fünfzig.
Mrs. Corney Leiterin des Armenhauses, scharfzüngige Witwe von Ende Vierzig.
Mr. Brownlow Ein liebenswerter alter Gentleman.
Mr. Grimwig Sein Arzt und Freund.
Mr. Sowerberry Ein Sarghändler und Leichenbestatter.
Mrs. Sowerberry Seine zänkische Frau.
Charlotte Deren liederliche Haustochter.
Noah Claypole Der hinterlistige, pickelige Lehrjunge des Sarghändlers.
Mrs. Bedwin Brownlows Haushälterin, eine liebe alte Dame.
Old Sally Eine alte Armenhausinsassin.
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Songs
1. Akt.2. Akt.
. Brot, herrliches Brot
Oliver
Oh, ich schrei
Bub zum Verkauf
Das ist Ihr Problem
Wer liebt mich?
Komm, fühle dich ganz zu Haus
Mach die krummen Finger schön lang!
Das ist Leben
Ich tu, was du willst
Komm gut heim
. Um-pa-pa
Bill Sykes
Solange Bill mich will
Wer will kaufen
Mein Leben
Überdenke ich meine Lage
Oliver, Oliver!
Nach außen hin Bill so rog
Vielleicht werd ich gut


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Mitwirkende
Wenn Mitwirkende hier genannt werden möchten, können sie mich gern kontaktieren.
Oliver TwistFilipina Henoch, ...
Fagin
Artful Dodger
Bill Sykes
Nancy
Bet
Mr. Bumble
Mrs. Corney
Mr. Brownlow
Mr. Grimwig
Mr. Sowerberry
Mrs. Sowerberry
Charlotte
Noah ClaypoleManuel Koch, ...
Mrs. Bedwin
Old Sally
ArmenhausangestellteManuel Koch, ...
Rosenverkäuferinnen
Milchverkäuferinnen
Erdbeerenverkäuferinnen
Scherenschleifer
Ausrufer
Kinder des Armenhauses/
Kinder aus Fagins Diebesbande
Chor Sek. I (Leitung Ralph Bußmann):
Filipina Henoch, ...
Fagins DiebesbandePrifilkurs Musik
OrchesterLeitung: Eberhard Schallenberg
1. ViolineCarsten Deeg, ...
2. Violine
Viola
Cello
Flöte
Oboe
Englisch-Horn
Klarinette
Saxophon
Horn
Trompete
Posaune
Harfe
Schlagzeug
Bühnenbau
Bühnenorganisation
Licht
Ton
Graphik
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Aufführungsorte
Freiherr vom Stein Oberschule (Gymnasium)
Galenstraße 40-44
13597 Berlin (Spandau)
Fr. 26.06.1998
Sa. 27.06.1998
So. 28.06.1998
Fr. 03.07.1998
Sa. 04.07.1998
So. 05.07.1998
Fr. 28.08.1998
Sa. 29.08.1998
So. 30.08.1998
Nottuln Do. 03.09.1998
Kleve Fr. 04.09.1998
Goch Sa. 05.09.1998
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Presse
Berliner Zeitung
25. Juni 1998 Drei Mädchen spielen den Oliver

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Letzte Aktualisierung: 18.01.2011
© Carsten Deeg